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Ein Offenes Atelier bei Eleonora Heine-Jundi ist immer zugleich
auch eine Einladung in ihre Gedankenwelt. Sie teilt Höhen und Tiefen ihrer
Bildgedanken mit. Ihre in Malerei umgesetzten Erfahrungen spiegeln sich in
ihrem künstlerischen Werk. Die Gäste können der Impulse und
der Ursprünge ihrer Bildgestaltungen teilhaftig werden.
Heine-Jundis hohe Wahrnehmungsgabe und ihr gestalterisches Können verleihen
ihren Baumportraits eine eindringliche Wirkung. Die Vielfalt ihrer Farbformeln
bringt selbst subtile Details der Erscheinungswelt in spürbare Wirklichkeit.
Solche Fähigkeiten geben auch ihren abstrakten Gemälden eine Aussage
von Realität, vielleicht - weil sie nie die Natur als Vorbild entrechtet
hat. Auch ihre Klangbilder, die synchron zur Musik entstehen, sind in ihren
vibrierenden Farbsummen eine malerische Tatsache.
Heine-Jundi lädt ein zum Gedankenaustausch. Während der anregenden
Ge-spräche in ihrem Hause begegnen die Gäste einander und begründen
Kontakte, durch die oftmals die hier gewonnenen Denkanstöße auf
anderen Lebensebenen weitergeführt werden.
Heine-Jundi lädt auch ein zum Plaudern. Ihr abwechslungsreiches Leben
in verschiedenen Kulturen und auf verschiedenen Kontinenten münden oft
in anekdotischen Erinnerungen, mit Witz und Humor vorgetragen.
Sie ist eine fesselnde, eine hervorragende Erzählerin. Die Einblicke,
die sie in ihre spannenden Erlebnisse und in ihre umfassende Lebenserfahrung
gibt, öffnen dem Zuhörer den Blick in die Tiefe ihrer sprudelnden
Vielfältigkeit.
Heine-Jundi lädt zum Verweilen ein. Kunst und Lebens-Kunst werden in ihrer
Nähe gegenwärtig. Der Aufenthalt wird durch ihre warmherzige Gastfreundschaft,
die liebevolle Bewirtung der teils weit gereisten Gäste, und die wohlige
Atmosphäre in ihrem Hause zu einem sin-nenfrohen Erlebnis.
Und überall hängen ihre beeindruckenden Bildwerke, in denen es immer
wieder Neues zu entdecken gibt. Mit den Aufzeichnungen verschiedener Fernsehfilme
über ihre Arbeit als Baum-Portraitistin oder einer Multimedia-Schau ihrer
Musik-bilder eröffnen sich den Besuchern neue Sichtweisen in die Tiefe
ihrer Bilderwelten.
Andere Besucher stöbern gerne in den Bildermappen, blättern die großen
Zeichenblöcke durch, dechiffrieren die Skizzen, das schnell hingeworfene
Gekritzel, in denen sie ihre Gedanken bei der Annä-herung an die unterschiedlichsten
Bäume festhält.
Dies alles ist eine aufregende Spurensuche, die durch Heine-Jundis Bildzeichen
hindurch in die Natur, in die Philosophie, und ins Leben führt, oder auch
in den Himmel der Begeisterung.
Ein Besuch bei Eleonora Heine-Jundi ist nicht zuletzt ein gesellschaftliches
Ereignis, das sich ausweitet zu Kunst in Kunst, und in Ideen für eine
neue, eigene Lebensgestaltung mündet.
Günter Ruch, Sinzig |