PRESSESTIMMEN

MAIN-Echo, 3. November 1981

Ein Lieblingskind ihres Schaffens ist das Malen nach Musik, das Umsetzen von Tönen in Farben und Formen, die sich - wie die Musik ins Gehör - in die Augen des Betrachters einschmeicheln.

Da stehen schwarze Tupfer als symbolisierte Notenköpfe in einem verschwimmenden Farbenspiel von Braun- und Blautönen und kleine, fragile Striche zeigen auf, was das Abstrakte der Musik bedeutet, den Klang, der im Raum vergeht und erlischt. Sie versucht, die Dimensionen der Musik darzustellen, indem sie nicht nur auf eine Leinwand zeichnet, sondern gleichzeitig eine Glasplatte bemalt, die zusammen mit diesem Hintergrund ein bezauberndes Zusammenspiel ergibt, das durch Beleuchtung und Lichtspiel zu einer lebendigen Tiefe wird, die die Töne von allen Seiten umkreist und zu erfassen scheint.

So ist Musik von Brahms, von Chopin, von Berlioz transformiert in eine bildlich-musikalische Einheit, die schon den Charakter der einzelnen Werke, wie z.B. eine Mazurka oder ein ungarischer Tanz, farblich wiedergibt, sie so deutlich demonstriert, dass man die Töne im Sehen zu hören glaubt.

Gabriele Geibig

Bonner Rundschau

In einem Teil ihres künstlerischen Schaffens beschäftigt sich die Malerin mit dem Themenkreis Musik. So entstehen seit den fünfziger Jahren immer wieder Serien zu verschiedenen Kompositionen.

Mit großem Einfühlungsvermögen versteht die Künstlerin die verschiedenen Klangfarben unterschiedlicher Kompositionen, wie etwa Prokofjew, Bach, Mahler, Strawinsky und Mozart, in ihr enormes Farb- und Formenspiel einzufangen. Ob kalligraphische Linienführung, Farbexplosionen oder Streichkaskaden, Eleonora Heine-Jundi überrascht auf jedem Bild mit der Gesamtheit der Klangfarbe.

In zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland hat sie einem breiten Publikum ihre Werke zugänglich gemacht. In Remagen zeigt die Künstlerin zum ersten Mal ihre Bilder zu der Musik von Jan Fryderyk Dobrowolski ...

Die von Eleonora Heine-Jundi nach dessen Musik entstandenen Bilder werden in einer Multivideoschau gezeigt, wobei Dobrowolski live improvisiert. Eine solch moderne und ungewöhnliche Kunstdarbietung, quasi bei der Schöpfungsgeschichte neuer Musik dabeisein zu können, ist ein nicht alltägliches Angebot an Musik- und Kunstinteressierte.

Der Bayernwald-Bote, 14. September 1999

Frauenau. Im Rahmen der "1. Europäischen Glasfestspiele" musizierte die "Sinfonia de vetro" ... Dabei war die Künstlerin Eleonora Heine-Jundi Gast, welche über die seltene Gabe verfügt, Töne und musikalische Klänge in Farben umzusetzen ...

Im Rahmen einer künstlerischen Zusammenarbeit ... (wurde) im Laufe der vergangenen Monate (Musik) in Bilder umgesetzt: Zarte Farben, fast pastellartig, feinfühlige Stimmungen, stilisierte Notenlinien ...

Für das Ohr wurde ein Programm geboten, welches den Zeitraum von fast einem Jahrhundert durchschritt: Werke von Thomas de Santa Maria, Schubert, Bach, Grieg, Vivaldi, Chopin, Messiaen, um nur einige zu nennen.

So wurde ... ein außergewöhnliches Erlebnis geboten, welches Augen und Ohren gleichermaßen ansprach.

Aurel v. Bismarck

Bonner Generalanzeiger, 18. September 1990

Die Musik inspirierte Eleonora Heine-Jundi zu ihren sanft fließenden und rhythmisch punktierten Aquarellen, die den Höhepunkt einer Ausstellung ihrer Arbeit im Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft bilden ...

Sie gelangt bei ihren Aquarellen zu bemerkenswert subtilen Bildaussagen. Meist untermalt Eleonora Heine-Jundi die Farbigkeit mit einem feinen, geometrisch strengen Gerüst, wobei die Festigkeit der Konstruktion und die weiche Duftigkeit der Farbe in interessanten Gegensatz zueinander treten.

Emporschießende Fontänen, spielerisch sprudelnde Perlen, schwere wuchtige Töne und fast tänzerisch bewegte Flächen und Linien machen das akustische Erleben zu einem optischen Vergnügen, wobei die Musik zur Quelle eines imaginären Landschaftserlebnisses wird.

Monika Jühlen

Bad Breisiger Fenster, 43/99

"Töne hören, sehen, malen", das Zusammenspiel der beiden unterschiedlichen Kunstrichtungen, "verfolgt" Heine-Jundi seit Jahrzehnten. Gut in Erinnerung ist ihr noch die Begegnung mit dem Geigen-Virtuosen Yehudi Menuhin 1960, mit dem sie die "Synästhesie" von Farbe und Ton diskutierte.

Auch Menuhin empfand Musik als "harmonischen Farbreigen", entdeckte mit Heine-Jundi die gleichartige Sprache der beiden KUnstrichtungen in Harmonie und Komposition.

Günter Ruch

Hennefer Volkszeitung, 31. März 2000

Die Exponate der vielseitigen KÜnstlerin Eleonora Heine-Jundi gaben Einblicke in die Denkstrukturen und die Kreativität einer faszinierenden, komplexen Persönlichkeit, die nicht nur im isolierten Elfenbeinturm stumme Zwiesprache hält mit ihren Produkten, sondern Stellung bezieht und sich einmischt in die Diskussion um die Defizite in unserer Welt.

"Klangbilder", Porträts bestimmter Musikwerke, davon etliche zu Glasmusik, deren Farbcharakter sie beim Anhören oft beidhändig und spontan heruntermalt, stellen eine ... wichtige Facette ihrer wachen, kreativen Persönlichkeit dar ... Die Spontaneität des Hör-Sehens führt zu überraschenden Ergebnissen, an denen dennoch ein strenger Formwille und das Ringen um Ausgewogenheit wahrzunehmen sind.