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Eleonora Heine-Jundi malt Musik |
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Die Malerin, geboren 1935, begann etwa zwanzigjährig mit ihrer Themenreihe "Bilder zu Musik". Immer wieder widmet sie sich, neben anderen, diesem Thema, dem eine erstaunliche Begabung zugrunde liegt. Sie erlebt Musik hörend und sehend. Seit ihrer frühen Kindheit sieht sie Töne und Geräusche in Farben und bemerkt erst als Jugendliche, dass das nicht allen Menschen gegeben ist. Mit zunehmendem "Musikhören" entstanden ganze Klangbilder vor ihren Augen, die sie dann endlich aufs Papier brachte. Die schnellfließenden Aquarellfarben bleiben bis heute ihr Ausdrucksmittel, um Klangfarben malerisch in Farbklänge umzusetzen. Ihr ganz außergewöhnliches Farbbewusstsein steht ihr augenblicklich zur Verfügung. Die Bilder entstehen synchron zur Musik. Häufig malt sie mit beiden Händen zugleich, folgt den Abläufen der Tonfolgen in verschiedenen Richtungen, Strukturen und Farbtönen. Man muss es gesehen haben, wie sich in rascher Folge auf dem Malgrund eine farbige Komposition sichtbar ausbreitet im Einklang mit Ton und Farbton. Das ist mehr als Konzentration. Das ist eine Dimension, in der gleichzeitig vieles geschieht. Selbst das Nichts, das weiße Papier wird einbezogen in das klangliche Farbgeschehen. Hier wird nach der Farbgeburt mit unzähligen Linien und Notenpunkten die Struktur der Komposition bestätigt. Es ist kein Bild, das bei Musik entsteht und allenfalls von ihrer Stimmung beeinflusst wäre. Es ist das für uns Unbegreifliche: hier entsteht ein Bild von der Komposition selbst, in einem Moment, in dem der Klang das Ohr noch nicht ganz durchlaufen hat, sehen wir die Tonfolge, das Bild eines Musikstückes, einem weiteren Sinn zugänglich gemacht, durch die "Übersetzerin" Heine-Jundi, die uns eine Mittlerin ist zwischen den Wahrnehmungen. Von der Musik des Barock bis zur Moderne hat die Künstlerin sich zu vielfältigen Variationen inspirieren lassen. Die unerschöpflichen Formen und Farbnuancen in Heine-Jundis Musikbildern beweisen ihr differenziertes Hören und Empfinden. Ein gesteigerter Reichtum an Gestaltungskraft, der nur durch begabtes Sehen eine Welt zwischen Klang und Farbklang offenbaren kann. Hans-Georg Breydy, Köln |